Stimmen nach Birnbachers Triumph: "Andi ist ein würdiger Sieger"

XC-Ski Redaktion am 17.03.2011 - 18:21 Uhr
Björn Ferry
© DSV
Andi Birnbacher hat den Sprint am Holmenkollen gewonnen, konnte bei seiner Siegesfeier aber nicht anwesend sein. Nach einem telefonischen Notruf aus der Heimat trat er noch vor Siegerehrung und Pressekonferenz sofort die Heimreise an ...


Björn Ferry (SWE)
Ich muss fehlerfrei bleiben, um einen Sprint zu gewinnen und das habe ich getan. Ich habe das Stehendschießen nur 2,8 Sekunden hinter Birnbachers Zeit verlassen und dachte, dass ich das aufholen könnten. Aber Birnbacher war heute stärker und er hat gewonnen. Ich denke noch immer, dass meine letzte Runde gut war, aber nicht gut genug. Ich hatte tolle Skier. Unsere Wachstechniker haben großartige Arbeit geleistet. Ich denke, die Deutschen und die Schweden hatte das am besten präparierte Skimaterial heute. Zwischen uns und den Norwegern war eine große Lücke, fast eine Minute.

Alexander Wolf (GER)
Das ist schon eine Überraschung, weil die Saison ja nicht gerade gut war und man an seinen Leistungen ein bisschen zweifelt. Meine Frau hat es auch nicht immer einfach mit mir gehabt, weil ich ein bisschen mies gelaunt war zu Hause nach schlechten Wettkämpfen. Aber sie hat mich immer wieder aufgebaut. Das ist nun natürlich ein versöhnlicher Abschluss, wo nun noch einmal alles gutgegangen ist und es mir noch eine Bestätigung gibt, dass ich doch noch nicht ganz so alt bin.
Ich habe während der WM immer früh trainiert, ich habe um halb 8 angefangen, damit ich die Wettkämpfe sehen kann. Ich habe mich natürlich besonders über die Erfolge meiner Teamkollegen gefreut, speziell von meinem Zimmerkollegen Arnd. Aber ich habe wie gesagt fleißig weitertrainiert, weil ich wusste, dass ich hier noch einmal zum Einsatz komme. Heute ist natürlich alles gut gegangen mit 0-0. Vom Laufen, die ersten beiden Runden waren okay. Die letzte musste ich mehr verteidigen als vorne angreifen, aber ich denke wir haben einen würdigen Sieger mit dem Andi Birnbacher heute gesehen. Sein erster Sieg, freut mich besonders für ihn. Das hat er sich verdient.
Man hat mir eben noch mal zugerufen, eine Sekunde auf drei, wo ich eigentlich auf Platz vier schon lag und da habe ich mich ein bisschen an gestern erinnert an meine schnellen Einheiten. Da habe ich mit Christoph Stephan richtig Gas gegeben den Gratishaugen hoch und das hat richtig gutgetan.



Michael Greis (GER)
Auf der Strecke ist es relativ schlecht gelaufen. Irgendwie fühle ich mich im Moment sehr schwer. Der vierte Schuss liegend war ganz knapp, fällt ganz langsam um. Ich habe mich selber noch gewundert, dass der umfällt und dann komme ich an den Abzug hin und drücke ihn wahrscheinlich ins Weiße. Ich war gar nicht drauf. Das ist sinnbildlich im Moment. Ich bin nicht schlecht drauf, aber irgendwie haut es nicht hin auf der Strecke. Da habe ich mich dann natürlich schwer getan. Ich bin nicht richtig ins Rennen reingekommen und wenn man sich dann mit zwei Fehlern raushaut, hadert man ganz schön mit sich und dann kann man sich nicht auf den Wettkampf und aufs Laufen konzentrieren.

Arnd Peiffer (GER)
Ich hatte ein gutes Gefühl und hatte ja auch den Vergleich zu Emil. Ich habe mit zwei Strafrunden begonnen liegend und er hatte null. Da sind wir dann zusammen raus. Da dachte ich schon, ich bin gut unterwegs. Ich war dann auch schneller auf der zweiten Runde. Im Laufen ging es gut, aber am Schießstand bin ich heute natürlich nicht ganz zufrieden. Im Liegendschießen kam der Wind erst von rechts, da habe ich mich hingelegt und habe gedreht. Da schieße ich zwei weg und hinterher stehe ich auf und gucke und da hatte der Wind während des Schießens offenbar gedreht. Das ist ein bisschen blöd gelaufen. Hätte ich gar nicht reagiert, hätte es vielleicht noch eher gepasst. Ich habe mich bei der anfänglichen Einschätzung beeinflussen lassen und habe gedreht und das war eben falsch.

Emil Svendsen (NOR)
Jetzt ist die Chance auf den Gesantweltcup wieder viel größer. Das ist gut für mich, aber schade für Tarjei. Ich hoffe nicht, dass es so kommt, aber dann ist es so. Ich habe etwas schlechte Ski gehabt. Peiffer ist mir einfach davongelaufen und ich hatte keine Chance. Aber ich war auch nicht so stark wie letzte Woche. Es war schwierig und brutal hart. Nach einer WM sind immer alle ganz müde und alle haben ein paar Motivationsprobleme. Aber so ist es für alle und man muss halt laufen und gut schießen, dann ist alles möglich. Man sieht in den Augen der anderen auch, dass sie müde sind.

Daniel Böhm (GER)
Für den Ali war es brutal wichtig und wir haben alle gesagt, wir würden es ihm alle gönnen, wenn er jetzt hier am Ende nochmal richtig einen raushaut. Er hat das ganze Jahr hart trainiert und war ziemlich viel auf sich allein gestellt und es ist schon ganz schön viel auf ihn eingebrochen - auch von außen. Da kam natürlich viel Kritik. Er hat es nun allen bewiesen, dass er es noch kann und ich freue mich riesig für ihn.
Bei mir ist nun komplett die Luft raus. Ich schleppe mich nur so über die Runde und die erste ging noch ganz gut, aber dann habe ich schon gemerkt, dass absolut keine Kraft mehr da ist. Ich werde am Samstag nochmal versuchen, alles was noch da ist rauszuholen, aber es reicht halt nicht, um vorne mitzulaufen.

Anzeige

Anzeige

Anzeige