Was entscheidend ist: Schießleistung contra Laufleistung

Biathlon2b Redaktion am 22.10.2008 - 09:26 Uhr
Biathlon wird in der Loipe entschieden. Zu diesem für einige vielleicht überraschenden Ergebnis sind Markus Baltzer und Dr. Andreas Walter von der Uni Tübingen gekommen.

"Schiefe" mediale Berichterstattung
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Sportwissenschaft ist neben weiteren hochinteressanten Artikeln ein Beitrag von Markus Baltzer und Dr. Andreas Walter über die Erfolgsfaktoren im Biathlon zu lesen. Die beiden Sportwissenschaftler stellten sich die Frage, ob bei Biathlonrennen die Schießleistung oder die Laufleistung wichtiger ist. Das Ergebnis mag manche überraschen: Entschieden werden die Wettkämpfe nicht, wie weitläufig angenommen, am Schießstand, sondern in der Loipe. Lag der Schwerpunkt der medialen Berichterstattung bisher also falsch? Wurde den Schießeinlagen zuviel Sendezeit gewidmet und den Positionskämpfen auf der Strecke zu wenig?

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Strafrunden sind leicht zu kompensieren
Das Laufen ist von immenser Bedeutung. Das steht außer Frage. Gerade in Sprint, Verfolgung und Massenstart sind starke Läuferinnen und Läufer klar im Vorteil. Eine Strafrunde, für die höchstens 25 Sekunden benötigt werden, ist für die Lauf-Asse leicht zu kompensieren. Magdalena Neuner gewann trotz mehrerer Fehler am Schießstand schon den ein oder anderen Weltcup. In Oberhof sicherte sich das Ausnahmetalent beispielsweise den dritten Rang im Sprint, trotz ihrer vier Fehler.

Das eine geht nicht ohne das andere
Es ist schwer vorstellbar, dass sich laufstarke Athleten, wie es zweifelsohne Magdalena Neuner und Ole Einar Bjoerndalen sind, mit miserablen Trefferleistungen in den Top-Rängen platzieren. Zudem können Wettbewerbe, bei denen Strafrunden gelaufen werden müssen, nicht mit den Einzelrennen, bei denen es pro Fehlschuss eine Strafminute gibt, verglichen werden. Desöfteren schafften laufschwache Skijäger aufgrund ihrer starken Schießleistung den Sprung auf das Podest. Gerade in der vergangenen Saison ist die Ukrainerin Oksana Khvostenko mit Top-Resultaten positiv aufgefallen. Eine Trefferleistung von 86,7 Prozent hat die 31-Jährige in der vergangenen Saison erreicht, ein Jahr zuvor sogar 91,3 Prozent. Zu den stärksten Läuferinnen zählt sie aber keinesfalls. Sicher ist, dass Biathlon aus den beiden Teildisziplinen Laufen und Schießen besteht und das eine geht nicht ohne das andere. Nur wer trifft und in der Loipe eine gute Figur macht, wird sich auf den vorderen Rängen wiederfinden.

Klaus Busse am 17.02.09 09:00 Uhr
Kann der Bundestrainer nicht auf die Athleten einwirkendass sie bei den Interviews sich in ihrer Wortwahl etwas zurückhalten sollten?Mir ist das bei Rösch und Stephan besonders aufgefallen.Millionen Zuschauer nehmen das wahr.Man muß doch nicht das Klischee mancher Leute bedienendass es der Jargon und das Bildungsniveau des Ostens ist.

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