Anti-Doping-Kampagne in Österreich: Star Ribbon macht den Sport zum Star
Biathlon2b Redaktion am 12.10.2009 - 09:22 Uhr

© Photo Plohe
Rund 300 Teilnehmer informierten sich am Samstag, den 10. Oktober im Rahmen des Anti-Doping-Kongresses der SPORTUNION über die Folgen von Doping. Anschließend kamen die Star Ribbon-Botschafter Gregor Schlierenzauer (Skispringer), Claudia Heill (ehemalige Judoka), Franz Stocher (ehemaliger Bahn-Radrennfahrer) und Christoph Sumann (Biathlet) bei der Podiumsdiskussion zum Thema "Der saubere Weg zur Spitze" zu Wort.
Die SPORTUNION Österreich stellt als erster Sportverband Österreichs dem Anti-Doping-Thema eine positive Kampagne gegenüber. Kick-off für die österreichweite Initiative war
am 10. Oktober der Anti-Dopingkongress der SPORTUNION im Schlossmuseum Linz.
Experten zum Thema Doping
Der Wiener Universitätsprofessor und Hormonexperte Dr. Alois Gessl machte den rund 300 Teilnehmern anschaulich und teils schockierend deutlich, welche Folgen Doping für die Gesundheit der SportlerInnen hat. "Das Problem beim Doping ist insbesondere, dass es im Geheimen stattfindet. Wir wissen aus der Praxis, dass unterschiedliche Medikamente
miteinander kombiniert werden. Teilweise wird die 200-fache Dosis der normalen medizinischen Anwendung eingenommen. Das führt zu einem wissenschaftlich nachgewiesenen 4,6-fach höheren Todesrisiko", so der Experte.
Mag. Andreas Schwab, Geschäftsführer der NADA, stellte die Aufgaben der NADA vor und zitierte eine erschütternde Statistik aus dem Spitzensport. Bei einer Betrachtung der Tour de France-Radsportteilnehmer der letzten Jahrzehnte sei man auf eine durchschnittliche Lebenserwartung dieser Spitzensportler von nur noch 52 Jahren gestoßen.
Werner Schwarz, Trainer des Spitzensportlers und Olympia-Fünften im Mountainbike, Christoph Soukop, zeigte in seinem Statement auf, dass Weltklasse in einer Ausdauersportart auch mit richtigem Training und ohne Betrug möglich sei. "Es ist ja heute schon oft der einfachere Weg, sein Leistungsniveau durch Doping anzuheben, bevor versucht wird, durch richtiges Training und über die dafür notwendige Zeit den gleichen Erfolg zu erreichen. Dagegen muss man ankämpfen. Wenn ich Olympiasieger werden will, muss ich nicht dopen. Das muss auch wieder einmal gesagt werden", weist Schwarz den richtigen Weg.
Podiumsdiskussion mit Sportstars
Christoph Sumann, Vizeweltmeister im Biathlon 2009: "Im Alter von 33 Jahren nach 20 Karrierejahren könnte man mich als "Methusalem" im Leistungssport bezeichnen. Insbesondere weil meine Karriere keinen geraden Weg genommen hat. Ich habe im Langlauf begonnen und der Sprung vom Langlauf zum Biathlon ist eigentlich ungewollt passiert, wurde mir quasi aufgezwungen. Kurz vor dem Aufhören nach zwei erfolglosen Jahren habe ich die Chance mit 25 beim Biathlon bekommen. Und es hat funktioniert. Man soll daher als Sportler nicht zu früh aufgeben und seinen Weg konsequent verfolgen. Meine Lockerheit und der Spaß gehören als Ausgleich zum Fokussieren beim Biathlon einfach dazu."
Gregor Schlierenzauer, zweifacher Skiflugweltmeister und Weltcupgesamtsieger im Skispringen 2009 über seinen sauberen Weg zur Spitze: "Man muss als Spitzensportler auch
auf sehr viel verzichten. Wenn man sich ein Ziel setzt und es nicht erreicht, dann ist man natürlich enttäuscht. Aber damit umgehen zu können, macht einen Spitzensportler aus. Ein Sportler braucht jedenfalls die volle Unterstützung von zu Hause, von seinen Trainern und Betreuern. Ich bin meinem UNION-Verein dankbar für die Unterstützung bei meiner Entwicklung."
Claudia Heill, Gewinnerin der Silbermedaille im Judo bei den Olympischen Spielen von Athen 2004: "Biss hat man oder hat man nicht - Hochleistungssportler sind Perfektionisten".
Star Ribbon: jeder ist ein Star – jeder kann ein Zeichen setzen
Die Vize-Olympiasiegerin im Judo 2004 Claudia Heill und Radweltmeister 2003 Franz Stocher sind die Botschafter der Star Ribbon-Kampagne. "Uns geht es um den Ruf des Sports. Durch den Sport lernt man als junger Mensch Freundschaft und Teamspirit kennen, man lernt Fairness, Toleranz und den sportlichen Gegner zu schätzen. Diese positiven Werte des Sports wollen wir mit Star Ribbon forcieren", beschreibt Franz Stocher seine Motivation.
"Es ist wichtig, dass in den Vereinen gut arbeitet wird und dass man sich sicher sein kann, dass besonders die Kinder in guten Händen sind", so Claudia Heill. Gerade die Jugend ist
aus ihrer Sicht in Zeiten des Körperkults und der neuen Schönheitsideale gefährdet, zu falschen Methoden zu greifen. "Mit Star Ribbon setzen wir ein Zeichen. Wir wollen möglichst viele begeistern, die Charta zu unterschreiben. Dafür werde ich in den nächsten Wochen unterwegs sein und die Botschaft zu den Sportlern tragen", macht Heill ihre Aufgabe zur Herzensangelegenheit.
Star Ribbon bietet auf www.starribbon.com eine Informationsplattform zum Thema Doping. Durch Unterzeichnung einer Charta für sauberen Sport und durch das Tragen der Schleife kann jede Österreicherin und jeder Österreicher ein Ausrufezeichen gegen Doping setzen.
Umfrage: Image des Sports stark geschädigt
Peter Haubner, Präsident der SPORTUNION, erklärte anlässlich des Anti-Doping-Kongresses: "Bereits 74 Prozent der ÖsterreicherInnen sehen in einer aktuellen GFK-Fessel-Umfrage das Image des heimischen Sports durch die Dopingproblematik geschädigt. Das ist der Auftrag an den Sport selbst, aktiv zu werden und für einen sauberen Sport zu kämpfen. Die SPORTUNION nimmt diesen Ball auf und startet die Kampagne 'Star Ribbon'."
Fast die Hälfte der in der Umfrage Befragten findet, dass in Österreich zu wenig gegen Doping unternommen wird. Die SPORTUNION wird daher in den nächsten Wochen möglichst viele österreichische Sportorganisationen für Star Ribbon begeistern, um gemeinsam den Sport wieder in ein positives Licht zu rücken.
Gesundheitsförderung und Köperbewusstsein sind die Hauptmotive der sportlich aktiven Österreicherinnen und Österreicher. In der Umfrage bekennen sich 78 Prozent bzw. 72 Prozent dazu. Nur für 14 Prozent steht der sportliche Erfolg im Wettbewerb im Vordergrund.
Die Forderung Peter Haubners für die bevorstehende Reform der Bundessportförderung: "Das bestätigt unsere tägliche intensive Arbeit im Breiten- und Gesundheitssport in über
4.300 Vereinen. Diese Arbeit kann nur mit einer ausreichenden Basisförderung für die über 17.000 Sportvereine in Österreich weiter gestärkt werden. Diese Säule der Sportförderung muss daher auch in Zukunft für die Vereine und ihre Sportlerinnen gesichert sein."
61 Prozent lehnen in der GFK-Umfrage die strafrechtliche Verfolgung von gedopten SportlerInnen klar ab. Das Berufsverbot durch eine zeitliche Sperre, die Zurückzahlung von Förder- und Sponsorengeldern und die Aberkennung von unter Doping erzielten Leistungen wird hingegen von rund 75 Prozent der Befragten begrüßt.
Quelle: Pressemitteilung SPORTUNION Österreich
Die SPORTUNION Österreich stellt als erster Sportverband Österreichs dem Anti-Doping-Thema eine positive Kampagne gegenüber. Kick-off für die österreichweite Initiative war
am 10. Oktober der Anti-Dopingkongress der SPORTUNION im Schlossmuseum Linz.
Experten zum Thema Doping
Der Wiener Universitätsprofessor und Hormonexperte Dr. Alois Gessl machte den rund 300 Teilnehmern anschaulich und teils schockierend deutlich, welche Folgen Doping für die Gesundheit der SportlerInnen hat. "Das Problem beim Doping ist insbesondere, dass es im Geheimen stattfindet. Wir wissen aus der Praxis, dass unterschiedliche Medikamente
miteinander kombiniert werden. Teilweise wird die 200-fache Dosis der normalen medizinischen Anwendung eingenommen. Das führt zu einem wissenschaftlich nachgewiesenen 4,6-fach höheren Todesrisiko", so der Experte.
Mag. Andreas Schwab, Geschäftsführer der NADA, stellte die Aufgaben der NADA vor und zitierte eine erschütternde Statistik aus dem Spitzensport. Bei einer Betrachtung der Tour de France-Radsportteilnehmer der letzten Jahrzehnte sei man auf eine durchschnittliche Lebenserwartung dieser Spitzensportler von nur noch 52 Jahren gestoßen.
Werner Schwarz, Trainer des Spitzensportlers und Olympia-Fünften im Mountainbike, Christoph Soukop, zeigte in seinem Statement auf, dass Weltklasse in einer Ausdauersportart auch mit richtigem Training und ohne Betrug möglich sei. "Es ist ja heute schon oft der einfachere Weg, sein Leistungsniveau durch Doping anzuheben, bevor versucht wird, durch richtiges Training und über die dafür notwendige Zeit den gleichen Erfolg zu erreichen. Dagegen muss man ankämpfen. Wenn ich Olympiasieger werden will, muss ich nicht dopen. Das muss auch wieder einmal gesagt werden", weist Schwarz den richtigen Weg.
Podiumsdiskussion mit Sportstars
Christoph Sumann, Vizeweltmeister im Biathlon 2009: "Im Alter von 33 Jahren nach 20 Karrierejahren könnte man mich als "Methusalem" im Leistungssport bezeichnen. Insbesondere weil meine Karriere keinen geraden Weg genommen hat. Ich habe im Langlauf begonnen und der Sprung vom Langlauf zum Biathlon ist eigentlich ungewollt passiert, wurde mir quasi aufgezwungen. Kurz vor dem Aufhören nach zwei erfolglosen Jahren habe ich die Chance mit 25 beim Biathlon bekommen. Und es hat funktioniert. Man soll daher als Sportler nicht zu früh aufgeben und seinen Weg konsequent verfolgen. Meine Lockerheit und der Spaß gehören als Ausgleich zum Fokussieren beim Biathlon einfach dazu."
Gregor Schlierenzauer, zweifacher Skiflugweltmeister und Weltcupgesamtsieger im Skispringen 2009 über seinen sauberen Weg zur Spitze: "Man muss als Spitzensportler auch
auf sehr viel verzichten. Wenn man sich ein Ziel setzt und es nicht erreicht, dann ist man natürlich enttäuscht. Aber damit umgehen zu können, macht einen Spitzensportler aus. Ein Sportler braucht jedenfalls die volle Unterstützung von zu Hause, von seinen Trainern und Betreuern. Ich bin meinem UNION-Verein dankbar für die Unterstützung bei meiner Entwicklung."
Claudia Heill, Gewinnerin der Silbermedaille im Judo bei den Olympischen Spielen von Athen 2004: "Biss hat man oder hat man nicht - Hochleistungssportler sind Perfektionisten".
Star Ribbon: jeder ist ein Star – jeder kann ein Zeichen setzen
Die Vize-Olympiasiegerin im Judo 2004 Claudia Heill und Radweltmeister 2003 Franz Stocher sind die Botschafter der Star Ribbon-Kampagne. "Uns geht es um den Ruf des Sports. Durch den Sport lernt man als junger Mensch Freundschaft und Teamspirit kennen, man lernt Fairness, Toleranz und den sportlichen Gegner zu schätzen. Diese positiven Werte des Sports wollen wir mit Star Ribbon forcieren", beschreibt Franz Stocher seine Motivation.
"Es ist wichtig, dass in den Vereinen gut arbeitet wird und dass man sich sicher sein kann, dass besonders die Kinder in guten Händen sind", so Claudia Heill. Gerade die Jugend ist
aus ihrer Sicht in Zeiten des Körperkults und der neuen Schönheitsideale gefährdet, zu falschen Methoden zu greifen. "Mit Star Ribbon setzen wir ein Zeichen. Wir wollen möglichst viele begeistern, die Charta zu unterschreiben. Dafür werde ich in den nächsten Wochen unterwegs sein und die Botschaft zu den Sportlern tragen", macht Heill ihre Aufgabe zur Herzensangelegenheit.
Star Ribbon bietet auf www.starribbon.com eine Informationsplattform zum Thema Doping. Durch Unterzeichnung einer Charta für sauberen Sport und durch das Tragen der Schleife kann jede Österreicherin und jeder Österreicher ein Ausrufezeichen gegen Doping setzen.
Umfrage: Image des Sports stark geschädigt
Peter Haubner, Präsident der SPORTUNION, erklärte anlässlich des Anti-Doping-Kongresses: "Bereits 74 Prozent der ÖsterreicherInnen sehen in einer aktuellen GFK-Fessel-Umfrage das Image des heimischen Sports durch die Dopingproblematik geschädigt. Das ist der Auftrag an den Sport selbst, aktiv zu werden und für einen sauberen Sport zu kämpfen. Die SPORTUNION nimmt diesen Ball auf und startet die Kampagne 'Star Ribbon'."
Fast die Hälfte der in der Umfrage Befragten findet, dass in Österreich zu wenig gegen Doping unternommen wird. Die SPORTUNION wird daher in den nächsten Wochen möglichst viele österreichische Sportorganisationen für Star Ribbon begeistern, um gemeinsam den Sport wieder in ein positives Licht zu rücken.
Gesundheitsförderung und Köperbewusstsein sind die Hauptmotive der sportlich aktiven Österreicherinnen und Österreicher. In der Umfrage bekennen sich 78 Prozent bzw. 72 Prozent dazu. Nur für 14 Prozent steht der sportliche Erfolg im Wettbewerb im Vordergrund.
Die Forderung Peter Haubners für die bevorstehende Reform der Bundessportförderung: "Das bestätigt unsere tägliche intensive Arbeit im Breiten- und Gesundheitssport in über
4.300 Vereinen. Diese Arbeit kann nur mit einer ausreichenden Basisförderung für die über 17.000 Sportvereine in Österreich weiter gestärkt werden. Diese Säule der Sportförderung muss daher auch in Zukunft für die Vereine und ihre Sportlerinnen gesichert sein."
61 Prozent lehnen in der GFK-Umfrage die strafrechtliche Verfolgung von gedopten SportlerInnen klar ab. Das Berufsverbot durch eine zeitliche Sperre, die Zurückzahlung von Förder- und Sponsorengeldern und die Aberkennung von unter Doping erzielten Leistungen wird hingegen von rund 75 Prozent der Befragten begrüßt.
Quelle: Pressemitteilung SPORTUNION Österreich
Anzeige
Anzeige
Weitere Fragen und Antworten zum Thema Biathlon finden Sie auf www.sportlerfrage.net







