Biathlon-Weltcup Antholz: Frankreich gewinnt Herrenstaffel vor Deutschland

XC-Ski Redaktion am 22.01.2012 - 16:43 Uhr
Martin Fourcade, Alexis Boeuf, Simon Fourcade, Jean Guillaume Beatrix
© Manzoni/NordicFocus
Nach den Damen haben auch die französischen Herren den Staffelbewerb in Antholz gewonnen. Sie siegten vor dem Quartett aus Deutschland und Österreich.

Verwirrung beim letzten Schießen

Während des gesamten Staffelrennens entwickelte sich ein spannendes Duell um den Sieg zwischen Deutschland und Frankreich, nachdem sich die größten Konkurrenten wie Norwegen, Russland und Schweden nach und nach aus dem Wettkampf schossen. Beim letzten Schießen fiel die Entscheidung zu Gunsten der Franzosen: Arnd Peiffer riskierte alles und kassierte eine Strafrunde, während Martin Fourcade nur einmal nachladen musste - eigentlich... Der Franzose lud noch eine weitere Patrone in den Lauf, visierte die Scheiben an und merkte erst dann, dass bereits alle weiß waren. Verwirrt beendete er sein Schießen und dachte gerade noch rechtzeitig daran, die Patrone wieder herauszurepetieren, da bei einem Wettkampf mit geladener Waffe eine Disqualifikation die Folge gewesen wäre. Sichtlich verwirrt verließ Fourcade das Stadion - unsicher, ob er wirklich regelkonform gehandelt hatte. Rang zwei ging trotz Strafrunde an den deutschen Vierer vor den Österreichern Simon Eder, Tobias Eberhard, Daniel Mesotitsch und Dominik Landertinger. Russland und Schweden mit je einer Strafrunde sowie Weißrussland belegten die weiteren Plätze.

Peiffer schießt volles Risiko

"Ich war zu aggressiv beim Stehendschießen, ich wusste, auf der Schlussrunde wird es schwer gegen Martin", meinte Arnd Peiffer nach seinem Rennen selbstkritisch. "Ich gehe ein bisschen auf dem Zahnfleisch. Ich fühle mich etwas platt und so musste ich alles rauslassen und gucken - entweder es klappt oder nicht. Es hat eher nicht geklappt. Ich hätte 0-5 schnell schießen müssen, um zu gewinnen. Ich habe es probiert und es kam die Strafrunde dabei raus. Das ist ärgerlich, aber wir haben den zweiten Platz gehalten, also kann ich damit leben." Die Grundlage zum ersten Staffelpodium in diesem Jahr schafften aber bereits Michael Rösch, Andi Birnbacher und Florian Graf, die das Team immer in der Nähe der Franzosen hielten, nur Graf büßte etwas ein. "Ich habe Respekt gehabt vor den ganzen Topathleten auf meiner Runde und ich habe beim Schießen schon ein bisschen gezittert, und bin froh, dass ich mit je einem Nachlader durchkam. Es war ein super Rennen für mich, ich fühle mich ganz schön kaputt und freue mich auf die Pause", freute sich der Bayer. Zuvor hatte das Rennen mit einem Sturz von Michael Rösch begonnen, der von Ole Einar Bjoerndalen "von den Beinen gefegt" wurde: "Der beste Biathlet aller Zeiten hat mich von den Beinen gehauen. Er hatte heute eine brutale Latte unterm Fuß und wollte mich in der Abfahrt überholen und hat mich agressiv nach außen gedrängt. Aber eben hat er sich entschuldigt."

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